Wunder werden angefacht Generationen werden ausgelacht Länder werden grenzenlos Völker werden Hass nicht los Menschen werden schier verrückt Leben werden unterdrückt Städte werden überwohnt Umwelten werden nicht geschont Liebende werden angeneidet Tiere werden zubereitet Alte werden totgepflegt Regenwälder werden abgesägt Innovationen werden ignoriert Stärkere werden honoriert Wurzeln werden ausgehoben Fremde werden abgeschoben Kinder werden überzogen Illusionen werden umgebogen
Ein paar Tage zuvor, aus heiterem Himmel oder der Ausgeburt der Hölle hat Facebook mein "social network" Leben gekillt und ohne jegliche Vorwarnung hinterrücks mein Dasein beendet. Es gibt Fragen nach dem Warum? Die Datenkrake Facebook gibt keine Antworten, verweist auf FAQ, ist nicht für eine Stellungnahme erreichbar, obgleich sie von den Usern alle Infos ungefiltert haben möchte.... Letzte Einloggversuche wurden mit der Meldung: Dein Konto wurde gesperrt. Solltest du Fragen oder Bedenken haben, besuche bitte unsere FAQ-Seite...., gekontert. Ich werde aber noch aufgefordert, eine Kopie meiner Daten (Ausweis) zu senden, am liebsten in Verbindung mit Kreditkarte und Konotverbindung? Ich werde drüber nachdenken...;) Währenddessen besuche ich eure F*ck-Seite... Es mag Schlimmeres im virtuellen Leben geben, aber die über 1000 NetzwerkfremdFreunde, die mir so ans Herz gewachsen sind, vermissen mich sicher. Da ich der Datensammelleidenschaft a la Facebook kritisch gegenüberstehe, habe ich es gerne versäumt, meine Bekanntschaften außerfacebookisch zu speichern.
Mutter Facebook tötet die eigenen Kinder und wird deswegen nicht belangt und legt auch keine Rechenschaft ab, das treibt die Sau auf den Zuckerberg!
Alle Freunde und Unterstützer: Marlow soll weiterleben, ihr dürft das gerne in eurem FB-Profil posten und herzlich von mir grüßen
Feuer frei auf auf Wortsalven im Gespräch ändert sich der Ton ändert sich ganz kurzfristig artet aus, Informationstsunami Ohren bluten aufgrund der Wortgewalt Rückzugskammern flimmern schwebend enormer Input kein Gehalt Platzangst eigener Gedanken kein Manifest, lass es fallen schaffe Platz für deine Denke in deinem Kopf bist du der Kapitän dirigierst die Richtung deiner Mitte vorne hinten links und rechts treffen sich die Unterschiede sich anzunähern zu befruchten abzusterben zu verhungern
Drei Tage ist es her, als einem meiner Schuhe, genau gesagt meinem linken, bei jedem Schritt ein sonderbares Quietschen entfuhr. Unbedacht bemerkt und nicht tiefer gehend zog es sich einige hundert Schritte hin.
Der rechte Schuh blieb ruhig, fast leblos. Der linke sprach mit mir, inzwischen sanfter und länger. Er bat um Verstandenwerden und löste den Versuch gehört zu werden aus. Verstehe deine Schuhe und sie gehen mit dir wohin du willst? Sie sind ein Paar und doch alleine. Sie sehen sich beim Laufen, gehen nur einen klitzekleinen Moment, dann driften sie auseinander, um sich sogleich wieder anzunähern und zu entfernen. Jeder Schritt bringt sie näher und weiter weg. Die Zweisamkeit wird durch jedes Tragen aufs Neue von mir entrissen. Wie bin ich zu meinem Pärchen? Ich lasse sie wandeln auf Wiesen, Teer und Beton, in Nässe, bei Sonne, an kalten und heißen Tagen. Ich bin Steuermann einer außerordentlichen Zweierbeziehung. Das Quietschen war keins vielleicht ein leises Winseln, ein Weinen... der linke will zum rechten, der rechte zum linken und ich komme keinen Schritt voran.
Liebe liebt sich leichter und Stillstand ist Fortschritt!